Gottheit
Aphrodite
auch: Cypris, Ἀφρόδιτα, Κύπρις
Göttin der Liebe und des Begehrens, die Gottheit, an die sich Sappho häufiger wendet als an jede andere. Nach der Insel ihres Geburtsmythos und Hauptkults „Kypris“ (die Herrin von Zypern) genannt.
Anmerkungen zur Lektüre
- Fragmente des ersten Buches §33 goldbekränzte Aphrodite
Wieder eines von Sapphos eigenen Beiwörtern für ihre Göttin — goldbekränzt, wie Fr. 1 sie „buntthronend“ nannte. Die Bitte gilt einem πάλος, einem durch Zufall gezogenen Los: Selbst das Glück liegt in Aphrodites Gabe.
- Das Brüdergedicht und das Kypris-Gedicht §26 Kypris
Aphrodite unter ihrem Zypern-Namen, angeredet als δέσποινα, „Herrin“ — die Göttin als Macht, der man dient, nicht die Verbündete des spielerischen Pakts von Fr. 1. Das zerrissene Gebet klagt sie an: Wer liebt, wird immer wieder krank daran, und das Beben ist ihr Werk.
- Die großen Gedichte §1 Aphrodite
Göttin der Liebe und des Verlangens, Sapphos besondere Gottheit; der Hymnus folgt der formalen Dreigliederung des griechischen Gebets — Anrufung, Erinnerung an frühere Hilfe, Bitte.
- Die großen Gedichte §2 Kypris
Aphrodite als „Herrin von Zypern“, nach der Insel ihres Geburtsmythos und ihres Hauptkults; der Titel, mit dem Sappho die Göttin herbeiruft, damit sie wie eine Gastgeberin beim Fest einschenke.
- Fragmente unbestimmten Buches, mit den Epigrammen und Dubia §102 Aphrodite
Göttin der Liebe und Sapphos waltende Gottheit, hier als Ursache der Sehnsucht genannt, die das Weben stocken lässt; in diesem Werk kehrt sie wieder als die „vielgesegnete“ (Fr. 133), als die Zyperngeborene des Traums (Fr. 134) und als Kythereia, die um Adonis trauert (Fr. 140).
- Fragmente unbestimmten Buches, mit den Epigrammen und Dubia §140 Kythereia
Aphrodite unter ihrem Kultnamen von der Insel Kythera — die trauernde Göttin selbst, von den Mädchen des Ritus angeredet.