Gottheit
die Chariten
Graces
auch: Χάριτες, Charites, χάριτος
Die Göttinnen der Anmut, des Reizes und der Freude an Geschaffenem, Töchter des Zeus — in Fr. 53 „rosenarmig“ herbeigerufen und in Fr. 81 die Schiedsrichterinnen, die den Bekränzten gewogen sind und sich vom Barhäuptigen abwenden. Mit den Musen die ständigen Schutzherrinnen von Sapphos Kunst.
Anmerkungen zur Lektüre
- Fragmente des dritten und vierten Buches §53 Chariten
Die Chariten, Göttinnen der Anmut, des Liebreizes und des Gelingens alles Gemachten — neben den Musen Sapphos wiederkehrende Schutzgöttinnen. Sie ruft sie mit δεῦτε herbei, „hierher!“, demselben Ruf, mit dem sie anderswo die Musen lädt; in Fr. 81 entscheiden sie, wer in der Gunst vorne steht.
- Fragmente des dritten und vierten Buches §81 seligen Chariten
Cox’ Vorlage druckt die Zeile verderbt („χάριτος μακαιρᾶν“); der offenkundige Sinn — und die moderne Lesung — ist, dass die seligen Chariten das Bekränzte vorziehen und sich vom Schmucklosen abwenden. Nach diesem Sinn übersetzt, der Druck in der Quelle beibehalten, die Crux verzeichnet.
- Fragmente unbestimmten Buches, mit den Epigrammen und Dubia §128 Chariten
Die Göttinnen der Anmut, des Liebreizes und der Freude am Gemachten, von Sappho regelmäßig mit den Musen gepaart — die Mächte der Schönheit und die Mächte des Liedes in einem Atemzug gerufen.